Tai Chi

Tai Chi und Qigong in Oldenburg

Tai Chi Chuan

tai_chi_oldenburg_kraniche_500x400

Copyright: Sven-Erik Falk / pixelio.de

Tai Chi Chuan ist Gesundheitsprophylaxe, Kampfkunst, Entspannung, Meditation in Bewegung und doch auch viel mehr als all das. Wurzelnd in der Philosophie des Taoismus wurde diese alte chinesische Bewegungskunst ursprünglich als sanfte, „innere“ Kampfkunst entwickelt. Auch wenn manche Tai Chi Meister heute noch im Kampf unübertroffen sind, überwiegen im täglichen Üben die Aspekte der Gesundheitsprophylaxe und Meditation. Das Erlernen der langsam fließenden Bewegunsgabläufe des Tai Chi lässt uns gleichzeitig Stärke und Weichheit erfahren sowie Konzentration und Entspanntheit erleben. Unabhängig von Alter und physischen Voraussetzungen kann Tai Chi somit ein Weg sein, unsere Mitte zu finden und im Alltag zu bewahren.

Geschichte des Tai Chi Chuan

Der Legende nach wurde Tai Chi von einem Mönch namens Chan San Feng entwickelt. In bereits hohem Alter beobachtete er den Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich. Als erfahrener Kung Fu Adept und als Schüler eines taoistischen Einsiedlers erkannte er, dass diese Tierbewegungen allein auf dem ungehinderten Fluss der inneren Energie „Chi“ und müheloser Absicht (chin.: „I“) beruhten. Dies wurde die Grundlage der inneren Kampfkunst Tai Chi. Im Laufe seiner Geschichte sind viele Tai Chi Stile entstanden, die aber als streng gehütetes Geheimnis nur in Familientradition weitergegeben wurden. Sie sind auch heute noch unter dem Namen dieser Familien bekannt. Am berühmtesten ist der von Yang-Lu-Chan (1799-1872) begründete Yang-Stil, den Sie in ununterbrochener Tradition heute in den Schulen der ITCCA erlernen können.

Inneres Tai Chi Chuan

Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird Tai Chi auch öffentlich unterrichtet. Dabei wird streng zwischen dem öffentlichen oder „äußeren“ Tai Chi und dem nur innerhalb der Familie vermittelten, dem „inneren“ Tai Chi, unterschieden. Nur letzteres beinhaltet die Geheimnisse und Prinzipien des Zusammenspiels von Geist, Körper und Chi, für die das Tai Chi zu jener Zeit so berühmt war. Tai Chi wurde zunehmend immer häufiger auch von ehemaligen Schülern des äußeren Tai Chi unterrichtet, die sich selber zu Lehrern oder gar Meistern ernannt hatten. Dadurch kam es zu einer immer stärkeren Verwässerung der eigentlichen Tai Chi Prinzipien. Im Westen, aber auch in China, wo die Kulturrevolution das Wissen um das innere Tai Chi weitgehend ausgelöscht hat, findet man heute fast ausschließlich äußeres Tai chi.

Inneres Tai Chi war im China des 19. Jahrhunderts als Kampfkunst berühmt, weil die Tai Chi Meister in Zweikämpfen den Gegner ohne Einsatz von Muskelkraft von sich abprallen lassen konnten. Die hier wirkende innere Kraft „Ching“ entsteht aus dem Wechselspiel von innerer Energie, dem „Chi“, und der mühelosen Absicht „I“. Auch wenn Kampfkunstaspekte heute meist nicht im Mittelpunkt des Interesses an Tai Chi stehen, so führt die Arbeit mit der Inneren Energie (chin.: Nei-k’ung) auf dem Tai Chi Weg auch zu einem erhöhten Potenzial an Ch’i und I. Verbunden mit dem verbesserten Körperbewusstsein des Tai Chi Lernenden entwickelt sich fast von allein auch die Fähigkeit zur Auseinandersetzung mit einem Gegenüber. Spielerische Partnerübungen und Chi-Tests lassen uns im Unterricht die oft überraschenden und völlig aggressionsfreien Chi Kräfte in uns selber entdecken. In fortgeschrittenen Stufen können dann auch Anwendungen des Tai Chi in der Kampfkunst erlernt werden.

Entspannung und Gesundheit

Das Erlernen und Üben der Tai Chi Form kann nach und nach Körperspannungen lösen. Der Atem kann gleichmäßig fließen sowie Alltagsgedanken und -sorgen in den Hintergrund treten lassen. Inneres Tai Chi verändert nach und nach auch unsere Bewegungs- und Verhaltensmuster, die zu Stress und Blockaden führen. Über den Körper entdecken wir so Wege zur Stärkung und Bewahrung unserer Energie. Wahre Entspannung ist dabei kein Erschlaffen, sondern das harmonische Wechselspiel von Yin und Yang, d. h. Loslassen und entspannte Aktivität. Der Geist führt dabei die Bewegung und lenkt damit den Fluss des Chi. Dadurch lernen wir Ruhe in Bewegung und völlige Entspanntheit in Aktivität. Fehlt uns über einen längeren Zeitraum Entspannung und Ausgleich, kann aus dem Ungleichgewicht der Lebensenergie Chi Krankheit entstehen. Tai Chi und Qigong können Blockaden im Fluss der Energie lösen und unser Energie-Potenzial erhöhen. Viele Blockaden entwickeln sich über Jahre und verankern sich in Haltungs- und Bewegungsmustern. Auch das sanfte Auflösen der Blockaden ist ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum hinziehen kann. Der erste Schritt zur Gesundung besteht dabei in einem bewussten Wahrnehmen der eigenen Haltungsmuster und der damit verbundenen Blockierungen. Auf dem Weg des Tai Chi lernen wir, blockadefreie Bewegungs- und Haltungsmuster neu zu entdecken und so unser Energiepotenzial ohne Einschränkung zu nutzen.

Weitere mögliche Wirkungen des Tai Chi können Sie hier nachlesen:

Tai Chi Chuan – Übungssystem und Studien
Tai Chi Chuan Verein – Studien zur Wirksamkeit von Tai Chi

© Copyright 2018 - ITCCA Oldenburg